Schnitzelzentrifuge im Interview mit Klaus

Schnitzelzentrifuge:

Herr Schnitzel, was sagen sie eigentlich dazu, was Ihre Eltern ihnen angetan haben?

Klaus Schnitzel:

Schnitzelzentrifuge interviewt Klaus

Klaus im Interview

Also ehrlich gesagt bin ich voll von den Socken. Als ich das erfahren habe ist mir vor Schreck fast die Panade abgefallen. Ich habe es eigentlich nur der Schnitzelzentrifuge zu verdanken dass sie noch dran ist. Aber das sind nicht alle Gefühle, die mich stark erschüttert haben. Ich finde es nicht nur unfassbar, dass meine Eltern mich zur Adoption freigegeben haben – vielmehr  erschüttert mich, dass sie mich einem Handelsfachpacker anvertraut haben und in ihrer Politik ihn haben so schlecht dastehen lassen.  Ich ziele dabei auf finanzielle Aspekte an und auch auf Wertschätzung seitens der Gesellschaft. Mein Adoptivater hat immer hart gearbeitet und es wurde nie wirklich anständig Wertgeschätzt. Das spiegelte sich in seinem Gehaltscheck wieder. Wir waren eine Familie mit 3 Kindern und meine Adoptiveltern mussten Geld beim Sozialamt beantragen, weil das Geld meines Adoptivvaters nicht reichte, um die ganze Familie zu ernähren. Sozialschmarotzer war nicht das einzige Schimpfwort, was unsere Familie hat über sich ergehen lassen müssen.

Schnitzelzentrifuge:

Man nannte sie Sozialschmarotzer?

Klaus Schnitzel:

Ja das kam öfters vor. Dabei  hat sich doch in Wirklichkeit, der Chef meines Adoptivvaters die Taschen dick gefüllt, weil er so wenig Lohn gezahlt hatte. Aber so etwas wie ein,  ich betone angemessener Mindestlohn, gab es ja nicht und gibt es bis heute nicht. So wurde der Chef meines Adoptivvaters immer reicher und angesehener und wir waren halt die Sozialschmarotzer. Man sah uns auch an, dass das Geld knapp war.

Schnitzelzentrifuge:

War das auch ein Grund für sie die Lehre zum Handelsfachpacker abzubrechen?

Klaus Schnitzel:

Ja natürlich – ich wollte mich nicht so verarschen lassen. Ich dachte mir damals :“ Wozu einen Job machen, der nicht reicht eine Familie zu ernähren.“  Das ist doch quatsch – dann kann man ja auch gleich die Füße hochlegen und die ganze Stütze kassieren, oder? Und für die Altersvorsorgung  bringt es auch nix. Sehen sie sich doch mal um wie viele Menschen die hart gearbeitet haben auch in der Rente noch auf die Sozialhilfe, oder wie es jetzt genannt wird Alg.II, angewiesen sind. Nein dafür war ich wohl zu intelligent.

Schnitzelzentrifuge:

Und warum hat es sie dann nach Schnitzelburg verschlagen?

Tja mein Adoptivvater war sehr enttäuscht dass ich meine Lehre abgebrochen hatte und ich sollte ausziehen, um zu lernen was es heißt auf eigenen Beinen zu stehen. Doch in Bonn war nix los. Es gab nichts was mich dort noch gehalten hätte.  Und Schnitzelburg ist nun mal die fucking geilste Stadt auf der Welt. Also bin ich dorthin gegangen. Und das war auch das beste was ich machen konnte. Auf der Schnitzelbahn lernte ich die Kneipe „ Zur Schnitzelzentrifuge“ kennen und dort verbrachte ich viele schöne Stunden meines Lebens. Die hatten da die besten Schnitzelzentrifugen der ganzen Stadt. Und schauen sie sich meine Panade an – mehr brauch ich wohl nicht sagen.

Schnitzelzentrifuge:

Ja ihre Panade ist einfach klasse, Herr Schnitzel.  Abschließend hätten wir noch eine Frage: Können sie ihren Eltern verzeihen?

Klaus Schnitzel:

Das einzige wofür ich dankbar bin ist, dass Jochen Schnitzel ein sehr sehr liebevoller Vater war und stets das Beste für mich wollte. Zu so viel Liebe wären meine leiblichen Eltern offensichtlich nicht fähig gewesen.

Schnitzelzentrifuge:

Danke für das Interview

Emanuel Erdmann

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