Gefahrengebiet – offener Brief an Olaf Scholz

Sehr geehrter Herr Scholz,

ich vertrete so wie Sie die Meinung, dass Gewalt gegen Polizeibeamte nicht tragbar ist. Sie haben als Antwort auf die Gewalt gegenüber der Polizei ein Gefahrengebiet eingerichtet in dem wir leider wohnen müssen. Es soll unserer Sicherheit dienen. Es war aber zu keiner Zeit unsicher hier bei uns im Viertel. Jedenfalls habe ich davon in den letzten Jahren nichts mitbekommen.Gefahrengebiet
Mein Kind musste nun schon mehrmals mit ansehen wie Polizeibeamte Menschen durch unser Viertel treiben. Mein Kind bekommt von uns beigebracht, dass Gewalt keine Lösung ist und musste mit ansehen, dass der „Freund und Helfer“ nun Gewalt ausübt. Ich glaube Sie und der Senat sind sich der Tragweite Ihres Handelns nicht bewusst. Auch wenn Sie Mütter mit Kindern unbehelligt lassen, müssen die Kinder in den Gefahrengebieten insbesondere in der Schanze mit ansehen, dass massiv Gewalt ausgeübt wird. Wollen Sie verantworten, dass hier eine Generation von Kindern aufwächst, die das Vertrauen in die Polizei verliert? Noch sind es nur die Polizisten in „Kampfmontur“, vor denen die Kinder Angst haben, aber irgendwann werden Sie auch begreifen, dass der nette Verkehrspolizist zum selben Verein gehört.
Hören Sie bitte auf mit dem Katz und Maus Spiel. Gewalt ist keine Lösung. Sie wollen mehr Respekt für die Polizei?

Respekt muss man sich verdienen!

Ein Gefahrengebiet einzurichten ist respektlos den Anwohnern gegenüber. Die Meldungen überschlagen sich. Es werden gewaltsam Bürger festgenommen, weil sie zu langsam ihre Handtaschen öffnen und vieles mehr. Wir trauen uns in der Dunkelheit nicht mehr auf die Straße, weil wir nie wissen können, ob wir nicht in so einen Kessel geraten können. Das geht so nicht. Das sind Bürgerkriegsähnliche Zustände hier in Hamburg. Für viele Demonstrationstouristen und für Sie ist das vielleicht noch ein Spiel. Beenden Sie das Spiel und finden Sie andere Lösungen.
Die Polizei ist wichtig in unserem Land. Wenn man in Gefahr gerät, soll Sie kommen und uns beschützen. Das ist die ehrenvolle eigentliche Aufgabe der Polizei. Diese Kontrollen sind unwürdig für die Bürger dieser Stadt und auch für Ihre Beamten.
Hamburg war mal eine schöne liberale Stadt und darum bin ich Wahlhamburger geworden. Sehen Sie bitte zu, dass es wieder schön wird hier. Diese soziale Kälte ist nicht mehr lange zu ertragen.

Respektvoll
Ein besorgter Vater

21 thoughts on “Gefahrengebiet – offener Brief an Olaf Scholz

  1. Ich glaube, dass nicht Herr Scholz das Gefahrengebiet eingerichtet hat, sondern die Polizei selbst für dessen Einrichtung zuständig ist, ohne das höhere Instanzen über die Rechtmäßigkeit wachen. Könnte mich auch irren.
    Aber dennoch ein netter Brief mit Wünschen, denen ich mich rückhaltlos anschließe.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Monsieur Wurstwasser

  2. DEN Kommentar hätten Sie sich sparen können!

    Es geht hier schon lange nicht mehr um Respekt und um unsere Kinder, geschweige was sie sehen. Erklären Sie ihren Kindern doch mal, dass der Mann/die Frau die der Polizist versucht zu stellen, gerade versucht hat, mit einem Wurf eines Pflasterstein den Kollegen neben Ihn zu töten und er darum “böse” ist. Dann versteht das auch IHR Kind!.

    • Hallo Herr Momm.
      Ich würde Sie gerne fragen ob Sie die Tage mal im Gefahrengebiet unterwegs wahren? Denn ihrer Nachricht nach zu urteilen, haben sie die Lage dort nicht ganz mitbekommen oder erkennen können! Dort werden nicht nur “Potenzielle” Gewaltbereite gestellt und von einer großen Gruppe Polizisten abgefangen und eingekreist, sondern Menschen wie du und ich! Anwohner, Kinder und auch Journalisten müssen sich, ohne sich bewusst auffällig verhalten zu haben, erniedrigende Untersuchungen gefallen lassen und werden dann durch vage Vermutungen mit Platzverweisen geahndet! Das ist eher die Realität! Natürlich werden dort auch Straftaten aufgedeckt, aber das würde bei solch einer groß aufgezogenen Massenuntersuchung in jedem andern Stadtteil auch geschehe!

      Liebe Grüße, K. Krüger

    • die polizei kenn für jedes problem eine lösung:
      gewalt und hass.
      die polizei ist nicht teil der lösung sondern das problem!
      geht doch bitte alle dahin wo es euch am besten gefällt, in einen polizeistaat.
      wir werden euch nicht vermissen,
      gute reise.

  3. …nach dem lesen dieses briefes möchte ich aufstehen, applaudieren, mir einen stift greifen und ihn mit großen, dicken buchstaben unterschreiben!

  4. Den Aggressor um Nach- und Einsicht bitten…Logik, Ethik, Moral auffahrend…als wären diese Dinge dem Aggressor nicht bereits bekannt…dem Aggressor wird unterstellt, nicht komplett durchdacht gehandelt zu haben.

    Das ist die übliche Falle der Menschen, die an lösbare Gewissensfragen bei Politikern und deren Handlanger, die deutsche Polizei, glauben.

  5. Lieber Frank Momm,
    wohnen Sie im Gefahrengebiet? Sehen Sie jeden Abend wie Polizeitrupps kleine Gruppen von Menschen an Ihren Fenstern vorbei jagen, sie einkreisen und festnehmen.
    Ich wohne dort und konnte das mehrmals täglich seit Samstag beobachten und dabei habe ich nicht einen Stein oder eine Flasche fliegen sehen. Das Maximum war mal ein Böller. Also erklären Sie mal bitte Ihren Kindern, dass die Polizei seit Tagen Menschen durch die Straßen hetzen und festnehmen, weil einer mal einen Böller geschmissen hat…

  6. Kinder übernehmen die Meinung der Eltern. Wenn der Vater sich über “Scheißbullen” aufregt, ist ziemlich absehbar, was aus dem Sprößling wird. Insgesamt großer ignoranter Blödsinn, billig versteckt hinter dem aufgesetzen Mantel des besorgten Vaters. Große Aufregung – nichts dahinter. “Bürgerkrieg” – lächerlich. Respekt muss man sich verdienen – klappt so sicher nicht.

    • @Imke: Sie sind die erste hier, die das Schimpfwort “Scheissbullen” benutzt. Warum eigentlich? Ist es das, was Sie Ihren Kindern beibringen? Und auch der Rest Ihres Beitrages ist schlicht unverschämt: —”billig versteckt hinter dem aufgesetzen Mantel des besorgten Vaters.”— billig ist hier neben Ihrer ungehobelten Ausdrucksweise der hilflose Versuch, durch Unverschämtheiten eine von der Ihren abweichende Meinung zu verunglimpfen. Respekt verdienen SIE sich so nicht.

      • Nur weil der Begriff “Scheissbullen” nicht Buchstabe für Buchstabe erwähnt wird, heißt das nicht, dass man kein Denken hat, das unter anderem mit “Scheissbullen” zu charakterisieren wäre. Liebe someonesdaughter, bitte die comments genauer lesen, so den meinigen.

        Informieren Sie sich immer so oberflächlich, um dann mit einer fraglichen Meinungsbildung andere zu belästigen?

  7. Lieber besorgter Vater,
    wie erklären Sie Ihrem Kind die Vermummten, Pyros, fliegenden Steine, brennenden Barrikaden und Autos, eingeworfene Fensterscheiben, aufgerissene Pflasterwege, demolierte Gegenstände nach Straßenfesten und Demonstrationen in Ihrem Viertel? Ist das alles Notwehr gegen die böse, böse Polizei? Also nur Reaktion?
    Wenn nicht, haben Sie auch mal einen offenen Brief an die Rote-Flora-Aktivisten geschrieben und gebeten, dass die organisierte autonome Gewalt und Randale aufhört und sich die Aktivisten offiziell dagegen aussprechen und distanzieren? (BTW, schon mal auf einschlägigen Seiten wie indymedia und Antifa-Seiten mitgelesen?)
    Nein? Wieso sorgen Sie sich dann jetzt erst? Waren es vorher immer die Scheiben fremder Läden, fremde Autos, fremde Häuser, fremdes Eigentum, das beschädigt oder fremdes Leben, das gefährdet wurde und nicht Ihres, und somit ging Ihnen alles am Arsch vorbei?
    Tja, nun sitzen Sie mitten drin und sind selbst mal dran. Pech gehabt. Ziehen Sie doch weg (war Ihnen die heiße Situation in der Schanze nicht klar, als Sie hinzogen?), oder
    denken Sie mal über Ursache und Wirkung nach. Selbst wenn die Polizei besonnen und deeskalierend vorgeht (ich meine mich beispielhaft an das Straßenfest 2009 zu erinnern), artet es in Gewalt und Randale aus.
    Also bitte nicht den Schuldigen auf nur einer Seite suchen.
    PS: Ich möchte mit meinem Post nicht ausdrücken, dass ich die Erklärung eines Gefahrengebiets als angemessen und zielführend empfinde, aber solch eine einseitige und unreflektierte Betrachtung der Ereignisse und Schuldsuche kotzt mich an.

    • Liebe “die andere Seite”: “Ist das alles Notwehr gegen die böse, böse Polizei?”——- Warum versuchen Sie, durch solche Fragen Unterstellungen zu transportieren? Auch wenn Sie es sich nicht zutrauen, Kindern den Unterschied zwischen der Polizei und Autonomen zu erklären: gehen Sie einfach mal davon aus, dass andere dazu in der Lage sind. — “Wenn nicht, haben Sie auch mal einen offenen Brief an die Rote-Flora-Aktivisten geschrieben”—— Haben Sie? Wenn nein, warum nicht und wieso fragen Sie andere? Und seid wann sind ‘die andern aba auch’-Argumentationen jenseits des Kindergartenalters adäquate Mittel des Diskurses? —- “solch eine einseitige und unreflektierte Betrachtung der Ereignisse und Schuldsuche kotzt mich an” —- und mich “kotzt” der aggressive, unflätige Ton von Leuten an, die sich ausgerechnet über die Aggressivität Dritter beklagen … das passt nicht zusammen. Denken Sie mal drüber nach.

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  9. Ohje!

    Es ist nicht auszuhalten, wie viel Gewalt um uns herum zum guten Ton gehört. Ich hoffe inständig, dass die Worte, des besorgten Papas, an richtiger Stelle ankommen und in unserer Gesellschaft endlich ein Umdenken in Richtung Frieden für alle Seiten wächst. Letztlich gehört zum gewaltfreien Dialog auch, dass Bürger sich gegen Dinge zu Wort melden, die sie nicht fremdbestimmt sehen wollen. Respekt und Achtung ist das höchste Gut in allen Gesellschaftsformen und verdient höchste Aufmerksamkeit!!! LEBEN schützen bedeutet zuhören, innehalten, Kompromisse erarbeiten und umsetzen, die für alle Seiten lebbar sind. In diesem Sinne PEACE für alle – ALLE = http://www.earthlings.de

  10. “…nach dem lesen dieses briefes möchte ich aufstehen, applaudieren, mir einen stift greifen und ihn mit großen, dicken buchstaben unterschreiben!” WORD!

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